Nach
einem kompletten Umbau im Jahre 1842 konnte der ursprünglich 500 Zuhörer fassende
Gewandhaussaal 1000 Personen aufnehmen. Den Saal schmückte
der Spruch Senecas, welcher zum Leitspruch des Orchesters werden sollte: „Res severa (est) verum gaudium“ (Wahre Freude ist eine ernste Sache).
Das ursprüngliche Gewandhaus erlebte zahlreiche Uraufführungen bedeutender Werke der klassischen Musik, die heute zum Standardrepertoire des weltweiten Konzertbetriebs gehören. Einer der bedeutenden Kapellmeister des Gewandhausorchesters war Felix Mendelssohn Bartholdy.
Nach 1884 wurde das Haus Altes Gewandhaus genannt und bis 1886
immer seltener für Konzerte verwendet. Das Gebäude wurde 1893–1896 teilweise
abgerissen und in das Städtisches Kaufhaus integriert.
Hier findet man heute im Treppenhaus eine Gedenkplatte
welche an den Gewandhauskonzertsaal erinnert.
Historisches: Das 2.
Leipziger Gewandhaus
Im Jahre 1884 wurde im Musikviertel südwestlich der
Leipziger Altstadt ein neues Konzerthaus eröffnet,
welches auch als Neues Gewandhaus bezeichnet wurde. Das Gebäude wurde 1882-1884 nach Plänen von
M. Gropius durch H. Schmieden erbaut. Das Konzerthaus enthielt einen großen Saal mit 1700 Plätzen und einen Kammermusiksaal mit 650 Plätzen.
Das Konzerthaus wurde im Zweiten Weltkrieg im Dezember 1943
und im 1944 durch Bombenangriffe stark beschädigt.
Nach dem Krieg war geplant, das Gebäude wieder aufzubauen.
Im März 1968 wurde die Ruine des Konzerthauses jedoch abgerissen.
Historisches: Das 3.
Leipziger Gewandhaus
Das (3.) Neue Gewandhaus wurde 1977–1981 erbaut. Am 20. Januar 1977 wurde der Grundstein für
das neue Gewandhaus gegenüber der Oper Leipzig am Karl-Marx-Platz
( der heutige Augustusplatz) gelegt.
Der Architektenentwurf für das Konzertgebäude entstand 1975 von Leipziger und Berliner Architekten unter der Leitung von Horst
Siegel. Der Maler Sighard Gille schuf 1980–1981 für die Foyers das 714 m² große und 31,80 m hohe Deckengemälde Gesang vom Leben.
Der Große Saal mit 1.900 Plätzen besitzt eine ausgezeichnete Akustik, für die die Akustiker Wolfgang Fasold, Helgo Winkler, Hans-Peter Tennhardt und Eberhard Küstner verantwortlich zeichneten.
Der Saal ist mit einer Schuke-Orgel mit 6638 Pfeifen ausgestattet. Der Orchesterleitspruch „Res severa verum gaudium“ befindet sich an der
Orgelempore im Konzertsaal.
Das Eröffnungskonzert mit Siegfried Thieles Gesänge an die Sonne und Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr.
9 unter der Leitung des damaligen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur fand am 8. Oktober 1981
statt. Der Mendelssohn-Saal (bis 1997 Kleiner Saal) mit 498 Plätzen wurde am 11. Oktober 1981 eröffnet, er wird vor allem für Kammermusik genutzt.
Seit der Festwoche "20 Jahre Neues Gewandhaus" im Oktober 2001 präsentiert die Gewandhausgalerie auch zum ersten Mal seit Jahren wieder sämtliche Gemälde von Künstlern der "Leipziger Schule", die zur Eröffnung des Neubaus 1981 in Auftrag gegeben wurden und seitdem Teil des künstlerischen Profils des Gewandhauses sind.
Skulpturen, die aus den Trümmern des im Krieg zerstörten Neuen Gewandhauses gerettet werden konnten, aber auch Schenkungen, Leihgaben und Neuerwerbungen haben ebenfalls ihren festen Platz in den lichtdurchfluteten Gewandhaus-Foyers.
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