Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
Funktionsprinzip: Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des
Objektivs und wird dann vom Schwingspiegel reflektiert und auf die Einstellscheibe projiziert. Mit einer Sammellinse und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas wird das Bild schließlich im Sucher sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.
Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen
Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet.
Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.
Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die
Vorschau im Display und direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.
Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:
1. Die Objektive: Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei
abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
2. Die Fotosensoren: Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
3. Die Bildschärfe: Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher
Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe
Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.
Durch den bei den meisten D-SLR Kameras verwendeten kleineren
Bildsensor (vgl. mit
Kleinbildfilm bzw. Digitale Spiegelreflexkameras mit
Vollformatsensor ) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50-mm-Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5, ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75-mm-Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.
Ein Nachteil Digitaler Spiegelreflexkameras ist der freiliegende Sensor, der Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt.
Digitale
Spiegelreflexkameras können kann man in 3
Leistungsklassen unterscheiden.
1. Einsteiger-
und Amateurkameras: Sie sind oft gekennzeichnet
durch einen niedrigen Preis, eine einfache
Ausstattung und eine mäßige bis schlechte
Verarbeitungsqualität. Die Gehäuse bestehen
häufig aus Kunststoffen. Fast ausnahmslos fehlen
Merkmale wie Spritzwasserschutz oder versiegelte
Dichtungen. Der Verschluss ist konzipiert für
weniger als 30.000 Auslösevorgänge.
Wechselobjektive für Einsteigerkameras haben heute
häufig Plastik- statt Metallbajonette, sind auf
geringe Fertigungskosten optimiert und meist eher
kompakt.
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| Foto:
Nikon D90 |
Foto:
EOS 1000D |
Foto:
Canon EOS 450D |
Modelle Digitale Amateur Spiegelreflexkameras
(Preisspanne ca. 400-1500 EURO ohne Objektive):
Canon
EOS 300D, Canon EOS
350D, Canon
400D, Canon
EOS 450D, Canon
EOS 1000d, Nikon
D40, Nikon
D60, Minolta Dimage
Z1, Konica Minolta Dimage Z2, Konica Minolta Dimage
Z3 2, Sony
Alpha.
2.
Semiprofessionelle Kameras: Kameras für
fortgeschrittene Amateure und semiprofessionelle
Kameras (sog. »Prosumer«-Modelle) sind für
fortgeschrittene Fotoamateure konzipiert, die sich
die professionellen Modelle weder leisten können
noch wollen. Sie bieten zahlreiche fortgeschrittene
Ausstattungsmerkmale wie Eingriffs- und
Steuerungsmöglichkeiten für die Automatismen der
Kamera; sie sind häufig zumindest ebenso
umfangreich ausgestattet wie die professionellen
Spitzenmodelle, aber weniger solide und langlebig
ausgeführt. Semiprofessionelle Kameras können auch
unter extremen Aufnahmebedingungen eingesetzt
werden, das Risiko von Fehlfunktionen ist jedoch
deutlich höher als bei den professionellen
Modellen; die technischen Spezifikationen warnen
häufig vor dem Einsatz bei hoher Luftfeuchtigkeit
oder Minusgraden.
Prosumer-Modelle richten sich an
engagierte Fotoamateure, die Spaß an der
Fototechnik haben, deren berufliche Existenz jedoch
nicht vom Funktionieren der Kamera abhängt. Sie
sind häufig vollgestopft mit moderner Elektronik
und können daher vergleichsweise fehleranfällig
sein, sie können jedoch »normaler« Belastung auch
jahrelang zuverlässig sein.
Modelle Semi-Professionelle Digitale
Spiegelreflexkameras (Preis ca. 1500-3000 EURO ohne
Objektiv):
Canon EOS 30D, Canon EOS
40D, Canon EOS
50D, Konica
Minolta Dynax 7D, Minolta Dimage A1/ A2, Nikon
D80, Nikon
D90, Nikon
D300, Nikon
D700.
3.
Professionelle Kameras: Professionelle Digitale Spiegelreflexkameras
für Berufsfotografen versuchen, einen Kompromiss
aus noch bezahlbarem Preis und bestmöglicher
Ausstattung zu erreichen. Die Gehäuse bestehen
häufig aus hochwertigen Metall, meist
Magnesiumlegierungen und sind
spritzwassergeschützt, die Dichtungen sind
versiegelt, alle Komponenten sind mehr oder weniger auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ausgelegt.
Professionelle Kameramodelle können auch unter
widrigen Einsatzbedingungen – niedrige
Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit etc. –
störungsfrei eingesetzt werden. Der
Kameraverschluss ist konzipiert für mehr als 30.000
Auslösungen und hochpräzise ausgeführt; die Verschlusszeit
Varianzen sind extrem gering.
Es
handelt sich ausnahmslos um Präzisionsinstrumente.
Die Kameras verfügen nur selten über
Komfortmerkmale der einfacheren Modelle wie
Motivprogramme, da die Hersteller davon ausgehen,
dass derartige Mechanismen von den meisten
Berufsfotografen abgelehnt werden.
Wechselobjektive
für professionelle Kameras haben immer
Metallbajonette, sind auf höchste optische und
mechanische Leistung optimiert, häufig
apochromatisch korrigiert und meist alles andere als
kompakt oder leicht. Die Zuverlässigkeit und
Präzision professionelle Kameras hängt besonders
stark von einer sorgfältigen Pflege und
regelmäßigen Wartung ab. Die Spitzenmodelle der
Hersteller sollen meist auch das
fertigungstechnische Leistungsvermögen des
jeweiligen Herstellers demonstrieren. Sie sind
besonders schnell einsatzbereit, sowie in der Lage
3-10 Bilder/Sekunde aufzunehmen und haben meist
einen 36x22mm Vollformatsensor ohne Brennweitenfaktor.
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| Foto:
Canon EOS 5D
mit BG-E4 |
Foto:
Canon EOS 1DS Mark III |
Foto:
Nikon D3 |
Modelle Professionelle Digitale
Spiegelreflexkameras (Preisspanne 3000-6000
EURO ohne Objektive):
Canon
EOS-1D, Canon
EOS-5D, Canon EOS-1D Mark II, Canon EOS-1DS Mark
III, Nikon
D3, Nikon
D2X. |